Die German-Rex-Zucht
und das Devon-Rex-Lockengen




 

Bei der German Rex ist nur die kurzhaarige Variante anerkannt. Dennoch  treten seit dem Einkreuzen von Langhaarkatzen (bereits in den 60er / 70er Jahren) immer wieder  halblanghaarige Katzen auf. Auch die CRX und die DRX ist noch nicht 100%ig frei von diesen unerwünschten Erbgut.

Leider konnten alle GRX-Züchter zu Beginn des Erhaltungsprogramms nur auf sehr wenig Tiere zurückgreifen. Bedauerlicher Weise waren es alle inzwischen nachweislich Langhaar- / Halblanghaarträger. 

Hier die Liste der Tiere in denen die Wurzeln unseres Problems stecken:

"Lump-sugar the frizzled frolic"  (eine kurzhaarige GRX-Hybridin)

"Samson" (kurzhaariger Hybride, inzwischen kastriert). Mehr zu diesen Kater unter "Die neue Geschichte der GRX"

Weiterhin zu unserer Überraschung auch die kurzhaarige German Rex 
"Batu Happy von Quiomme" (Züchter: Glück, Stammbaum vom Katzenklub "Deutsche Edelkatze e.V. übertragen auf Cattery "von Quiomme"). Auch sie wurde kastriert.

Die Herkunft des Langhaargens bei Happy liegt Generationen zurück. Hier wurde bereits 1983 eine weiße Perserkatze, die ich als  "Glückskind" in meinen Unterlagen ausfindig machen konnte, eingekreuzt. Man wollte damit weiße German Rexkatzen  erhalten und man hatte dieses Zuchtziel auch erreicht. Natürlich mit "Nebenwirkung".
"Glückskind" wurde mit "Bor von Zeitz" verpaart.  Am 09. April 1983 wurde die Hybridin "Flöckchen" geboren, die man noch jetzt in Happy's Stammbaum sehen kann.

Wichtig ist, dass alle diese Tiere das Langhaargen an ihre Kinder weitervererben können.
Bei kurzhaarigen Nachfolgern dieser obengenannten Katzen  kann man nicht erkennen, ob sie das unerwünschte Gen "versteckt" in ihrem Erbgut tragen, da das Langhaargen  rezessiv vererbt wird. Etwas anders sieht es bei kurzhaarigen Tieren aus, die bereits ein halblanghaariges / langhaariges Elternteil haben. All diese Kinder tragen zu 100% rezessiv, also versteckt, das langhaarige Erbe. 

Auf ein weiteres genetisches Problem sind wir im Jahr 2004 gestoßen. Das ist das Doppelrexgen oder besser, wir stellten fest, dass einige Tiere ein zweites Rexgen tragen. Das der Devon Rex.

In den Sechzigerjahren wurden versuchsweise alle damals bekannten Rexrassen miteinander verpaart. Man hoffte, dass es sich bei Cornish Rex (CRX), Devon Rex (DRX) und German Rex (GRX) um das gleiche Lockengen handeln würde. Zwischen DRX und CRX bzw. GRX fielen "normalhaarige" Katzen. Identisch ist nur das für die Locken zuständige Erbmaterial der CRX und der GRX. Diese beiden Rassen kann man miteinander verpaaren. 
Die mischerbigen Kätzchen wurden damals aber leider nicht selektiert sondern weiter in der Zucht behalten.
Resultat:  Nicht nur wir müssen dieses Problem bekämpfen, sondern auch die Züchter der anderen beiden Rassen. Nur diese sind uns inzwischen ein paar Schritte voraus. 
 
Fakt ist, es sind unschöne Eigenschaften aber keine Krankheiten. Also, wir können trotzdem gut damit arbeiten. Selbstverständlich mit offenen Augen. 

Bisher konnten wir noch nicht auf all diese Tiere verzichten, da uns sonst auch das rare Lockengen verlorengegangen wäre. 
Aber einige dieser Tiere wurden bereits kastriert bzw. sie werden in nächster Zeit einer Kastration unterzogen. Selbstverständlich ist wohl, dass wir inzwischen alle langhaarigen Tiere oder DRX-Katzen ganz und gar aus der Zucht nehmen. Der Witz daran ist, dass sich DRX-Züchter für  unser "Problem" interessieren. 
Wir bemühen uns alle mit entsprechenden Partnertieren diese  unerwünschten Eigenschaften zu reduzieren um in ferner Zukunft nur einwandfreie German Rexkatzen zu erhalten.


Kleine Genetiklehre:

Die zur Vererbung des Vererbungsmechanismus wichtigsten Grundprinzipien sind:

 - Jedes Lebewesen besitzt die Erbanlagen für alle seine Eigenschaften doppelt. So in unserem Fall Katzen glatte, gelockte, lange, kurze Haare sowie Körperformen und Fellfarbe.

 - Jedes Lebewesen erhält von jedem seiner beiden Elternteile je eine Hälfte seiner Erbanlagen mit.
Die Gene (Erbfaktoren) bestimmen die Ausbildung der Eigenschaften. 

Diese Gene sind in den mikroskopisch kleinen Kernschleifen (Chromosomen) lokalisiert. Diese Chromosomen befinden sich im Zellkern jeder Körperzelle. 
Die Katze besitzt 38 Chromosomen.
Da diese Chromosomen immer paarweise auftreten, umfasst diese Zahl den aus 19 Paaren zusammengesetzten sogenannten doppelten Chromosomensatz. Bei 18 Paaren gleichen sich die zusammengehörigen Chromosomen in Form und Größe. Das 19. Paar, das das Geschlecht bestimmt, besteht bei der weiblichen Katze aus zwei XX Chromosomen. Beim Kater hingegen gibt es eine Ausnahme. Dieser hat ein ungleiches Chromosomenpaar. Also ein X-Chromosom und ein kleineres, das männliche Geschlecht bestimmendes Y-Chromosom.  

Die jeweils gemeinsam ein Merkmal bestimmenden Abschnitte eines Chromosomenpaares nennt man allele Gene oder auch Allele.

Nun zur Felllänge:
Wie bei anderen Haustierarten ist ist auch bei der Katze das "Normalhaar" (kurzes Fell) gegenüber dem Langhaar dominant. 
Die Genetiker bezeichnen die Gene der Einfachheit halber mit Buchstaben.
 - dominante Gene mit Großbuchstaben (kurzhaarig = LL)
 - rezessive Gene mit Kleinbuchstaben (langhaarig = ll)

Ilona Jänicke



September 2007
© by I. Jänicke